Die geleistete Arbeit teilt sich in Wertschöpfung und Verschwendung auf
Prinzip Wertschöpfung und Verschwendung

Die Grundlage aller Lean Management Methoden ist die Idee von Wertschöpfung und Verschwendung. Dieses Konzept ist sozusagen der erste Hauptsatz des Fertigungsmanagements und wurde von Taichi Ohno, dem technischen Leiter der Toyota Werke in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckt und für die Prozessoptimierung genutzt.

Definition Wertschöpfung

Jedes Unternehmen ist darauf angelegt, möglichst viel Wertschöpfung zu erzielen. Unter Wertschöpfung versteht man dabei jede im Prozess geleistete Arbeit, die dem Produkt aus Sicht des Kunden einen Nutzen hinzufügt, für den er bereit ist Geld zu bezahlen. Beispielsweise ist der Einbau eines Armaturenbretts in ein Fahrzeug wertschöpfend, denn kein Kunde würde ein Fahrzeug ohne Armaturenbrett kaufen.

Definition Verschwendung

Wenn dieses Bauteil vor der Montage allerdings wegen eines ungünstigen Hallenlayouts mehrmals umgelagert und mit dem Gabelstapler durch die ganze Produktionshalle gefahren wird, dann fügt diese Transporttätigkeit dem Produkt aus Sicht des Kunden keine Wertsteigerung zu. Die dafür geleistete Arbeit muss zwar vom Unternehmen bezahlt werden, ihr steht aber kein Umsatz gegenüber. Deshalb ist sie verschwendet.

Verschwendung lässt sich nie vollständig vermeiden, weil in unserem obigen Beispiel ein Mindestmaß an Transport immer geleistet werden muss.

Abbildung 1: Die geleistete Arbeit in einem Unternehemen teilt sich immer in einen Wertschöfpungs- und einen Verschwendungsanteil auf.

Unternehmenswirkungsgrad

Aus dem Prinzip von Wertschöpfung und Verschwendung lässt sich sehr schnell ein Wirkungsgradkonzept für Unternehmen ableiten. Die Analogie zur Betrachtung von Maschinenwirkungsgraden fällt ins Auge.

Das Konzept von Wertschöpfung und Verschwendung lässt sich auch als Unternehmenswirkungsgrad formulieren

 

Der Unternehmenswirkungsgrad ist das Verhältnis von Wertschöpfung zu insgesamt geleisteter Arbeit. Er ist immer kleiner als eins.

Diese Definition erscheint zunächst als reiner Formalismus. Die Konsequenzen daraus sind allerdings weitreichend. Man erkennt an der Gleichung sofort, dass man in einem Unternehmen die Verschwendung reduzieren muss, um einen höheren Wirkungsgrad zu erzielen.

In einem Unternehmen, das einen höheren Wirkungsgrad hat, kann also mit weniger Arbeit der gleiche Kundennutzen erzielt werden als in einem vergleichbaren Unternehmen mit kleinerem Wirkungsgrad. Dieses Unternehmen verdient unterm Strich mehr Geld mit den gleichen Produkten.

Aus dieser Betrachtung leitet sich der Handlungsauftrag für jeden Betriebsleiter ab: „reduzieren Verschwendung“

Keine Angst vor japanischen Vokabeln.

Das Konzept der Verschwendungsreduzierung wurde in Japan von der Firma Toyota entdeckt. Aus diesem Grund werden sehr häufig japanische Vokabeln für die Beschreibung der Sachverhalte und Konzepte übernommen. Vor allem Unternehmensberatungen nutzen das japanische Vokabular gern, weil alles dann sehr viel mehr nach fernöstlicher Weisheit klingt und beeindruckender ist.Davon soll man sich nicht täuschen lassen. Das ganze Konzept hat nichts mit fernöstlicher Mystik zu tun, sondern basiert auf einer sehr genauen Betrachtung der Gesetzmäßigkeiten in Produktionsbetrieben und auf viel gesundem Menschenverstand.Deswegen ist das Konzept von Wertschöpfung und Verschwendung in diesem Artikel auch bewusst sehr „ingenieursmäßig“ als Wirkungsgradkonzept beschrieben. Die Prozessoptimierer benutzen bevorzugt den Begriff Muda-Eliminierung.